Als ich vor etwas mehr als einer Dekade noch einmal die Schulbank drückte und mich zum „Internet-Entwickler“ fortbildete, sagte ein sehr interessant dozierender Ausbilder, dass das Internet einer industriellen Revolution gleichkomme. Für die Zeit eine kluge Erkenntnis, von der Entwicklung aber zur Lächerlichkeit geriert. Das Web ist keine industrielle und keine technische Revolution – es ist DIE Revolution. Wir haben es nur noch nicht bemerkt.
Dabei sind die Zeichen deutlich und für jeden ersichtlich. „Stuttgart21“ ist nur ein geringfügiges Beispiel. In den Schwellenländern – zurzeit in den arabischen – organisiert sich die „Generation facebook“ binnen Stunden. Wer heute seine Diktatur zu sichern sucht, schaltet nicht die Presse gleich, sondern das Netz ab.Oder er versucht es jedenfalls. Die Presse übernimmt die Berichterstattung nicht mehr – oder zumindest nur noch in kleinerem Maße – sondern Handys.
Das Netz liefert nicht nur Informationen für jeden – es handelt. Nichts ist mehr geheim zu halten – siehe "wikileaks". Jeder kann sich mitteilen – siehe solch ein Blog wie meiner. Die Folge: Institutionen brechen auf. Die Presse schwenkt mit „Mitmachzeitungen“ ein. Zu spät. Es bedarf ihrer nicht mehr.
Schneller, als es uns Alten lieb ist, entwickelt sich eine neue Staatsform. Wie soll ich sie nennen? Polykratie? Was spricht dagegen, nicht nur „mehr“ sondern „alle“ Entscheidungen von allen treffen zu lassen? Ins Netz kann jeder. Ein Identifikationscode, ein Mausklick – und schon ist der Volkswille zu jedem Thema erfasst. Es braucht keine Parlamente mehr, keine Parteien und keine Volksvertreter. Die Exekutive wird zum Dienstleister des Volkes und mithin ihrem Namen gerecht. Das Volk wird zur Legislative. Die Strukturen brechen auf. Der Islamismus kommt zu spät. Und vorgestrige Dummköpfe wie Zarrentin haben den Schuss eh‘ nicht gehört.
Das Web ist die „Mutter aller Revolutionen“. Und sie ist lichterloh entfacht.
Ein Gedankenspiel? Spinnerei? Wir werden sehen.
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