Samstag, 8. Januar 2011

Arm und Reich

Gestern trat es wieder zutage: Eines der drei Prinzipien, die zur Folge haben, dass in unserer Gesellschaft die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Ich gebe zu, ich mache das hier an einer Kleinigkeit fest, aber sie ist symptomatisch. Da war in der Nordwest-Zeitung (ein Blatt im Übrigen, dass nichts anderes im Sinn hat, als die bestehenden Verhältnisse zu zementieren) in der Rubrik „Beruf und Karriere“, zu lesen, man solle doch bitte bei Visitenkarten nicht auf Eigenproduktionen zurückgreifen, sondern zur Druckerei gehen. Alles andere wirke unprofessionell. Man merke:
1. Prinzip: Nur wer Geld hat, kann Geld verdienen.
 Nun gehört der Druck von Visitenkarten nicht zu den üppigsten Investitionen. Aber er  zeigt in Kleinem, wie schwer es einem gemacht wird, sich Einkommensquellen zu erschließen. Das geht so weiter bei einem repräsentativen Büro und endet bei der Frage, ob man zu großen Werbeaktionen oder anderen Investitionen in der Lage ist. Und wer in diesem unseren Lande investieren kann und wer nicht, darüber entscheiden die, in deren Hand wir uns alle befinden (nicht Gottes Hand!): die Banken. Und hier kommt zum Tragen:
2. Prinzip: Bei der Bank bekommt nur der Geld, der nachweisen kann, dass er nichts mehr braucht.
Dieses Prinzip erklärt sich von selbst, das bedarf keiner Erläuterung. Wohl aber das Dritte:
3. Prinzip: Geld sparen kann nur, wer Geld hat.
Dafür gibt es unzählige Beispiele. „Das kostenlose Girokonto bei der Commerzbank!“ bekommt nur, wer monatliche Eingänge von 2000 Euro hat. Oder: wer sich einen Neuwagen leisten kann, zahlt weniger Steuern, weniger für Sprit und hat weniger Reparaturen. Und natürlich sorgt der Staat mit grünen Plaketten und Strafsteuern dafür, dass die alten Dreckschleudern von der Straße kommen. Und natürlich zahlt – siehe Aldi – derjenige weniger, der große Chargen einkaufen kann.

Ich sage es noch mal: Das ganze führt zu einer Spirale, die dazu führt, dass die Reichen immer reicher und die Armen immer ärmer werden. Und zwar im Kleinen wie im Großen.
Und das macht mir besondere Sorgen. Denn diese Mechanismen herrschen ja nicht nur in Deutschland oder Frankreich. Sie herrschen auch zwischen den Nationen. Die Aggressivität vieler, die islamischen Glaubens sind, ist ja nicht durch den Glauben begründet, sondern durch die Wut der Armen auf die Reichen und der Wut auf die Tatsache, dass diese Kluft immer größer wird. Und dann platzen die Bomben in christlichen Kirchen oder fliegen Jets in Hochhäuser. Das entsetzt jeden anständigen Menschen. Aber nur wirklich schlichte Geister kann das überraschen. Mich jedenfalls hat der 11. September zwar entsetzt aber nicht überrascht. Ich hoffe nur, dass es bei Anschlägen bleibt…

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