So ein Blog ist etwas Wunderbares! Man kann mal so richtig vom Leder ziehen, ohne auf gesicherte Recherchen zurückgreifen zu müssen. Man kann einfach mal seine Meinung sagen. Und das will ich nun nochmal tun.
Es gibt eine bewährte Einrichtung in unserem Wirtschaftssystem. Dieses sog. "Rechtsinstitut" sorgt dafür, dass diejenigen aus der Wirtschaft ausscheiden, die sich als untauglich erwiesen haben. Und es sorgt dafür, dass die ihr Geld verlieren, die es riskiert haben. Dieses Institut hieß mal Bankrott, später Konkurs, dann Insolvenz. Eine Insolvenz vernichtet Schulden und (wirtschaftlich!) betroffene Gläubiger und Schuldner. Ein Reinigungsprozess, der Sinn macht.
Es ist meine feste Überzeugung, dass genau das all' den spekulierenden Banken hätte widerfahren müssen, als sie im Gefolge der Lehman-Brothers abstürzten. Man hätte sie einfach Pleite gehen lassen sollen! Sicher hätte das weh getan. Dennoch - es wäre das kleinere Übel gewesen. Die Weltwirtschaft braucht keine Spekulanten. Ja, sogar die Börsen haben ihre ursprüngliche Funktion als Stätte der Preisbildung von Gütern, die nicht einfach auf den Markt getragen werden können, längst verloren und sind zu einem Glücksspiel für Reiche geworden.
So aber sind die Verursacher nicht vom Markt verschwunden. Im Gegenteil. Man hat ihnen deutlich gemacht, dass sie die wichtigsten Menschen auf der Welt sind und dass sie doch bitte genau so weitermachen sollen wie zuvor. Und genau das tun sie. Und die Schulden sind auch noch exakt so hoch, wie zuvor. Kein Cent wurde abgebaut! Man hat sie nur von den Schultern der Verursacher genommen und den in der Regel völlig unbeteiligten Bürgerm aufgeladen. Die Spekulanten - sämtlich Kriminelle in Nadelstreifen - lachen sich eins und lassen die Korken knallen.
Griechenland und Island sind nach kaufmännischen Kriterien schon insolvent. Andere Staaten werden folgen. Und wieder verfährt man nach dem gleichen Prinzip: Man verlagert die Schulden und rettet die Verbrecher.
Nun gehöre ich nicht zu denen, die es befürworten würden, andere europäische Länder im Stich zu lassen. Hier geht es tatsächlich um einfache Menschen, die unter den Machenschaften der Spekulanten-Mafia leiden müssten - wenn sie es nicht ohnehin schon tun.
Nein, die Fehler wurden vor zwei Jahren gemacht, als sich alle beeilten, die Banken - die Verursacher - die Wirtschaftskriminellen - zu retten. Nun dreht sich das Rad weiter. Es werden weitere Staaten pleite gehen. Zu ihnen werden in absehbarer Zeit die USA gehören. Und kein Schirm ist groß genug, um ihn über dieses Land zu spannen.
Peer Steinbrück hat im Spiegel geäußert: "Damals standen wir am Abgrund." Da mag er Recht haben. Heute sind wir einen Schritt weiter.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen