Schau hin!
Ammerland (off) Tristesse beim Spaziergang mit dem Hund. Der Himmel ist grau, kein Licht steht in den Bäumen. Matschige Schneeflecken kleben am Ufer des Dükers. Die Bäume sind kahl. Und doch berührt mich die Szenerie, spricht mich die Spiegelung im Wasergraben an. Also drücke ich auf den Auslöser. Es ist schwer, dem Betrachter meine Stimmung zu vermitteln. Ich bin nicht sicher, ob es mir gelingt.
Daran arbeite ich beständig, wenn ich mit der Kamera unterwegs bin. Und daran arbeitete ich als Journalist auf dem Land. Selten Sensationen – zumeist beschauliche Ereignisse. Journalistischer Alltag?
Nein! Ebenso, wie es lohnt, an einem Novembernachmittag die Kamera dabei zu haben, so lohnt der Bericht von den nur scheinbar „kleinen“ Ereignissen, die das Leben jenseits von Hannover, Bremen und Oldenburg ausmachen. So, wie es der Schlagzeuger versteht, einem Song mehr Rhythmus mit dem Besen am Becken mitzugeben, als mit dem Klöppel auf der Trommel , so versteht es ein guter Reporter, die Bedeutung von Begebenheiten zu beschreiben, die im Lärm der Großveranstaltungen untergehen.
Genau das möchte ich als der für das Ammerland zuständige Redakteur der „Neuen Zeitung“ versuchen. Ich möchte genauer hinschauen und offen sein für die Atmosphäre, sensibel für die Sorgen und Freuden der Menschen hier.
Und ich bin sicher, dabei nicht allein zu sein. Schauen auch Sie genau hin! Machen Sie mich aufmerksam und fordern sie eine Empfindsamkeit heraus, die Journalisten so gerne hinter ihrer flapsigen Coolness verbergen. Und dann rufen Sie mich an oder schicken Sie mir eine Mail. Ich freue mich auf Ihre Anregungen – so wie ich auf jeden Spaziergang mit dem Hund im Ammerland.
Albert Rohloff

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